NAS für Zuhause: Welches System passt für Fotos, Backup und Streaming?
ℹ️ Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Kurz gesagt
Die Handyfotos liegen in der iCloud, die Steuerunterlagen auf einem alten USB-Stick, und die Urlaubsvideos sind irgendwo auf dem Laptop. Irgendwann ist der Cloud-Speicher voll oder eine Festplatte macht komische Geräusche. Spätestens dann fragst du dich, ob ein eigenes NAS nicht schlauer wäre. NAS steht für Network Attached Storage. Im Grunde ist das ein kleiner Server, der im Heimnetz hängt und Daten für alle Geräte im Haushalt bereitstellt. Die Fotos vom Handy sichert er automatisch mit.
Lass dich von Gigabit-Zahlen auf der Verpackung nicht verrückt machen. Viel wichtiger ist, wie gut die Software ist, also Foto-App, Backup und Updates. Dann die Frage, wie viele Festplatten reinpassen. Und ob der Prozessor für das reicht, was du vorhast, zum Beispiel Plex oder Jellyfin. Ich stelle dir fünf Geräte vor und erkläre danach, wo die teuren Fehler lauern.
Inhalt
Vergleichstabelle
| Modell | Ideal für | Stärke | |
|---|---|---|---|
| 🏆 Synology DiskStation DS225+ Meine erste Wahl |
Familien-Fotos, Backup, Einsteiger mit Anspruch | ausgereifte Software | Ansehen → |
| UGREEN NASync DXP2800 Preis-Leistung |
Bastler, Plex/Jellyfin, Docker | viel Hardware fürs Geld | Ansehen → |
| UGREEN NASync DXP4800 Plus 4 Schächte |
große Foto- und Videosammlungen, Wachstum | Platz & 10-Gigabit | Ansehen → |
| Synology DiskStation DS223j Günstiger Einstieg |
reines Foto- und Datei-Backup | Synology-Software günstig | Ansehen → |
| QNAP TS-264 Für Technikfans |
Heimkino, Erweiterbarkeit, Fortgeschrittene | Anschlüsse & Flexibilität | Ansehen → |
Die Modelle im Detail
Synology DiskStation DS225+
Meine erste Wahl- Ideal für
- Familien-Fotos, Backup, Einsteiger mit Anspruch
- Stärke
- ausgereifte Software
Bei der Software ist Synology seit Jahren der Maßstab. Das Betriebssystem DSM ist übersichtlich und wird lange mit Updates versorgt. Synology Photos sichert Handybilder automatisch und erkennt Gesichter, Hyper Backup kopiert alles auf eine externe Platte oder in die Cloud, und mit Active Backup sicherst du deine PCs. Alles ohne Abo. Die DS225+ ist das 2-Bay-Modell der Plus-Serie, mit Intel-Prozessor und 2,5-Gigabit-LAN.
Eine Sache musst du vor dem Kauf wissen. Synology hat bei den Plus-Modellen der 2025er-Generation zunächst eigene bzw. zertifizierte Festplatten vorausgesetzt und diese Vorgabe später per Software-Update gelockert. Schau also in die aktuelle Kompatibilitätsliste, bevor du Platten anderer Hersteller bestellst.
Vorteile
- Software, die einfach läuft
- Foto- und Backup-Apps ohne Abo
- jahrelang Updates
Nachteile
- Hardware für den Preis eher mau
- Festplatten vorher gegen die Liste prüfen
UGREEN NASync DXP2800
Preis-Leistung- Ideal für
- Bastler, Plex/Jellyfin, Docker
- Stärke
- viel Hardware fürs Geld
UGREEN kennst du vielleicht eher von Ladekabeln. Im NAS-Markt sind sie noch ziemlich neu, liefern aber für das Geld auffallend viel Hardware. Ein Intel N100, 2,5-Gigabit-LAN und zwei M.2-Slots für SSDs. Für Medienserver, Docker oder virtuelle Maschinen ist das mehr Dampf, als die Einstiegsgeräte von Synology haben. Und Festplatten anderer Hersteller nimmt es ohne Murren.
Die eigene Software UGOS Pro wächst ständig, ist aber noch nicht so ausgereift wie DSM. Wenn du gern bastelst, kannst du auch ein anderes NAS-Betriebssystem aufspielen. Dann bist du allerdings beim Support raus.
Vorteile
- viel Hardware fürs Geld
- jede NAS-Festplatte geht
- M.2-Slots für SSD-Cache
Nachteile
- Software noch nicht so rund
- weniger Anleitungen im Netz
UGREEN NASync DXP4800 Plus
4 Schächte- Ideal für
- große Foto- und Videosammlungen, Wachstum
- Stärke
- Platz & 10-Gigabit
Wenn du jetzt schon ahnst, dass zwei Platten in zwei Jahren nicht mehr reichen, nimm gleich vier Schächte. Die DXP4800 Plus hat neben den vier Festplattenschächten zwei M.2-Slots und laut Hersteller einen 10-Gigabit-Anschluss zusätzlich zum 2,5-Gigabit-Port. Damit kannst du sogar Videos direkt vom NAS schneiden, vorausgesetzt PC und Netzwerk spielen mit.
Nur um Handyfotos zu sichern, ist das Ding aber völlig überdimensioniert. Und denk dran, vier Festplatten kosten zusammen schnell mehr als das Gehäuse selbst.
Vorteile
- Platz für vier Platten
- schnelle Netzwerkanbindung
- packt Container und Medienserver
Nachteile
- Overkill für reine Backups
- mit vier Platten lauter und durstiger
Synology DiskStation DS223j
Günstiger Einstieg- Ideal für
- reines Foto- und Datei-Backup
- Stärke
- Synology-Software günstig
Du willst einfach nur, dass die Fotos aller Familienhandys automatisch irgendwo sicher landen? Dann reicht die DS223j. Sie ist der günstigste Einstieg bei Synology und läuft mit derselben DSM-Software, inklusive Synology Photos und Hyper Backup. Drin steckt ein sparsamer ARM-Prozessor, angebunden ist sie per Gigabit-LAN. Für Fotos, Dateiablage und PC-Backups völlig okay.
Für Plex mit Transkodierung, Docker oder virtuelle Maschinen ist sie dagegen zu schwach. Hast du so etwas vor, nimm direkt ein Gerät mit Intel- oder AMD-Prozessor.
Vorteile
- günstig und sparsam
- volle Synology-Software
- leise
Nachteile
- zu schwach für Plex und Docker
- nur Gigabit-LAN
QNAP TS-264
Für Technikfans- Ideal für
- Heimkino, Erweiterbarkeit, Fortgeschrittene
- Stärke
- Anschlüsse & Flexibilität
QNAP packt traditionell viel Ausstattung in seine Geräte. Die TS-264 hat zwei 2,5-Gigabit-Ports, zwei M.2-Slots, einen HDMI-Ausgang und einen PCIe-Steckplatz für Erweiterungen. Die Software QTS kann ziemlich viel, ist aber auch verschachtelter als DSM. Rechne mit etwas Einarbeitung.
Das Thema Sicherheit will ich nicht unterschlagen. QNAP-Geräte waren in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Ransomware-Angriffen, vor allem solche, die ohne Updates direkt aus dem Internet erreichbar waren. Hältst du das System aktuell und gibst es nicht unnötig nach außen frei, ist das aber kein Grund, die Finger davon zu lassen.
Vorteile
- Anschlüsse ohne Ende
- HDMI direkt an den Fernseher
- viele Profi-Funktionen
Nachteile
- Software für Einsteiger sperrig
- Updates sind Pflicht, nicht Kür
Kaufberatung: So findest du das passende NAS
RAID ist kein Backup
Das ist der Klassiker unter den Denkfehlern. Zwei Festplatten im RAID 1 spiegeln sich, also ist alles sicher? Leider nein. RAID schützt dich nur davor, dass eine Festplatte ausfällt. Löschst du versehentlich einen Ordner, verschlüsselt ein Trojaner deine Daten oder brennt die Wohnung ab, sind beide Kopien weg.
Richtig sicher wird es erst mit der 3-2-1-Regel. Drei Kopien deiner Daten, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon außer Haus. Im Alltag heißt das: Originale auf Handy oder PC, eine Kopie auf dem NAS und regelmäßig noch eine Sicherung auf eine externe USB-Platte oder verschlüsselt in die Cloud. Schalte außerdem Snapshots ein, wenn dein NAS das kann. Die retten dich bei versehentlichem Löschen und bei Ransomware.
Wie viele Schächte brauchst du?
- 2 Schächte: Standard für Haushalte, RAID 1 möglich, reicht für die meisten Foto- und Dokumentensammlungen.
- 4 Schächte: wenn du ein großes Videoarchiv hast, einen Medienserver planst oder später erweitern willst.
- 1 Schacht: nur, wenn du eh schon eine separate Sicherung hast. Sonst fehlt die Ausfallsicherheit.
Und vergiss die Festplatten nicht im Budget. Die kosten oft mehr als das Gehäuse.
Welche Festplatten?
Nimm Platten, die für den Dauerbetrieb im NAS gebaut sind, etwa WD Red Plus, Seagate IronWolf oder Toshiba N300. Finger weg von SMR-Platten im RAID, die können beim Wiederherstellen extrem langsam werden. Bei Synology lohnt sich der Blick in die Kompatibilitätsliste deines Modells.
ARM oder Intel/AMD?
Für Dateiablage und Foto-Backup reicht ein sparsamer ARM-Chip völlig. Anders sieht es aus, wenn du Filme mit Plex oder Jellyfin auf Fernseher und Handy streamen willst, gerade unterwegs, wo das NAS die Videos in kleinere Auflösungen umrechnen muss. Dafür brauchst du einen Intel-Prozessor mit integrierter Grafik. Auch Docker und virtuelle Maschinen laufen nur auf x86-Geräten richtig gut.
Software und Fernzugriff
Ob du Spaß an deinem NAS hast, hängt zum Großteil an der Software. Synology ist da am weitesten, UGREEN holt auf, QNAP kann viel, ist aber komplizierter. Für den Zugriff von unterwegs nutzt du am besten die Relay-Dienste des Herstellers oder ein VPN. Ports am Router aufmachen würde ich nicht.
Häufige Fragen
Ist ein NAS besser als Cloud-Speicher?
Anders. Ein NAS kostet einmal mehr, dafür zahlst du keine Monatsgebühr und deine Daten bleiben zu Hause. Um Updates und eine zweite Sicherung musst du dich aber selbst kümmern. Viele machen beides: das NAS als Hauptspeicher und eine verschlüsselte Cloud-Kopie als Absicherung außer Haus.
Kann ein NAS Handyfotos automatisch sichern?
Ja. Synology Photos, die Foto-App von UGREEN und QuMagie von QNAP laden Bilder vom iPhone oder Android-Handy hoch, sobald du im WLAN bist. Beim iPhone musst du die App ab und zu öffnen, damit der Upload im Hintergrund weiterläuft.
Wie viel Strom verbraucht ein NAS?
Weil es rund um die Uhr läuft, zählt jedes Watt. Den größten Teil ziehen meist die Festplatten, ein 4-Bay-Gerät mit vier Platten braucht also spürbar mehr als ein 2-Bay-Modell. Lass die Platten nachts schlafen, wenn keiner zugreift, das senkt den Verbrauch. Genaue Werte stehen im Datenblatt des Herstellers.
Brauche ich RAID, wenn ich ein Backup habe?
Nicht unbedingt. RAID sorgt dafür, dass das NAS bei einem Plattendefekt weiterläuft. Das Backup sorgt dafür, dass du deine Daten überhaupt zurückbekommst. Musst du dich entscheiden, kommt das Backup zuerst.
Mein Fazit
Für die meisten Haushalte würde ich die Synology DS225+ nehmen. Die Hardware haut niemanden um, aber die Software läuft, die Foto-App ist richtig gut und du musst dich kaum kümmern. Geht es dir wirklich nur ums Foto-Backup, spar dir das Geld und nimm die DS223j. Bastelst du gern und willst Plex, Jellyfin oder Docker laufen lassen, bekommst du mit der UGREEN DXP2800 mehr Hardware fürs Geld, für große Sammlungen hat die DXP4800 Plus Reserven. Die QNAP TS-264 würde ich nur nehmen, wenn du dich mit der Technik gern beschäftigst. Und bei jedem Gerät gilt: Plan von Anfang an eine zweite Sicherung außer Haus ein. RAID ist kein Backup.